Mehr Sicherheit für Kinder in Pflegefamilien

Neues Forschungsprojekt an der Hochschule Landshut gestartet

Rund 190.000 Kinder in Deutschland sind laut statistischem Bundesamt in Heimen, betreuten Wohnformen oder Pflegefamilien untergebracht. Im behüteten Umfeld sollen sie sich entfalten und Traumata aufarbeiten. Doch das gelingt nicht immer. „In Deutschland ist die Pflegekinderhilfe in Bezug auf mögliche Risiken für Kinder und Jugendliche wenig erforscht“, erklärt Prof. Dr. Mechthild Wolff von der Hochschule Landshut. Auch in Pflegefamilien kann es zu psychischer und physischer Gewalt kommen.

Ein neues Forschungsprojekt hat zum Ziel, solche Gefährdungen früh zu erkennen und ihnen entgegenzuwirken: „Schutzkonzepte in der Vollzeitpflege – Pflegefamilien als Orte des Aufwachsens in öffentlicher Verantwortung“ ist jetzt gestartet. In dem Verbundprojekt kooperiert die Hochschule Landshut mit der Universität Hildesheim und dem Universitätsklinikum Ulm. Die Partner planen zunächst eine Hotline, an die sich Jugendliche bei negativen Erfahrungen wenden können. Das Projekt wird mit rund 240.000 Euro vom Bundesministerium für Bildung und Forschung gefördert.

Die Forscherinnen und Forscher wollen sich dabei eng mit Fachkräften, Pflegeeltern sowie Jugendlichen in der Pflegekinderhilfe austauschen. „Zusätzlich werden wir recherchieren, welche expliziten oder impliziten Schutzkonzepte bereits in der Pflegekinderhilfe und den fachlichen Infrastrukturen von Pflegefamilien Anwendung finden“, so Wolff. Aus den Ergebnissen wird das Team unter Federführung der Hochschule Landshut gemeinsam mit  fachpolitisch relevanten Schlüsselpersonen Handlungsempfehlungen erarbeiten. Die Erkenntnisse sollen unter anderem in Fortbildungsmaterialien einfließen.