Lebensstandard ist nicht gleich Lebensqualität.

Klimaschutz im Selbstversuch - Vortrag vom „Klimamönch“ am TZE Klare Worte fand Edmund Brandner, der „Klimamönch“ aus Oberösterreich bei seinem Vortrag am Technologiezentrum Energie der Hochschule Landshut am vergangenen Montag vor vollen Zuhörerrängen.

Wenn es uns nicht gelingt, die weitere Erderwärmung auf zwei Grad zu deckeln, werden die Folgen unumkehrbar sein, so Brandner. Der Anstieg der Meeresspiegel, die Verringerung der Nahrungsmittelproduktion weltweit, der weitere Artenschwund waren nur einige der Folgen die Brandner anführte.

Lebensstandard ist nicht gleich Lebensqualität.

Aber Brandner wollte nicht nur die Folgen aufzeigen, wenn wir so weiter machen wie bisher. Er wollte 2010 selber etwas tun. Er wollte wissen, was das für ein Leben ist, das die Klimaschützer von uns verlangen? Ein Jahr lang hat er versucht seinen CO2 Verbrauch um 80 Prozent zu reduzieren. Über seine Erfahrungen hat der Redakteur der Oberösterreichischen Nachrichten nicht nur ein Jahr lang in einer Zeitungskolumne berichtet und ein Buch geschrieben, sondern die Zuhörer am TZE mit seinem pointierten, aber auch nachdenklichen Vortrag in den Bann gezogen. Sein Fazit nach einem Jahr CO2 Reduktion: Lebensstandard ist nicht gleich Lebensqualität. Seine Erfahrung war, dass der Verkauf seines Autos und der Verzicht auf Flugreisen in den Augen vieler sicher ein Verlust an Lebensstandard ist. Aber so Brandner, für Ihn war es ein Gewinn an Lebensqualität. Er machte es deutlich am Beispiel eines Schottland Urlaubs. Statt wie geplant für 67 EURO und mit einem CO2 Verbrauch von 1,3to je Person in gut einer Stunde in den Highlands zu sein wählte Familie Brandner die Eisenbahn. Damit verursachten sie einen Bruchteil an CO2 Ausstoß, brauchte dafür zwar deutlich länger und zahlte letztendlich auch zehnmal so viel. Aber mit der einwöchigen Wanderung über den Westhighlandway war es sein intensivster Urlaub so Brandner.
Er machte damit auch deutlich, dass Klimaschutz nicht unbedingt wirtschaftsfeindlich ist, wie vielfach behauptet, sondern, dass Klimaschutz auch etwas kostet und damit vor allem zur Stärkung der regionalen Wirtschaft beiträgt.

Gewinn an Lebensqualität

Der „Klimamönch“ wie Brandner in Oberösterreich bekannt ist, kam zu dem Schluss, dass seine Lebensqualität enorm gestiegen ist. In dem Jahr seines Selbstversuches hatte er sich vielfach die Frage gestellt, was wirklich wichtig sei in seinem Leben und was zu seiner Lebensqualität positiv beiträgt. Schlussendlich kam er zu der Erkenntnis, dass dies oft Werte sind, welche man nicht kaufen kann. Alles in allem wurde sein Leben ruhiger und materielle Dinge, die ihm früher so wichtig zu sein schienen, fehlten ihm nun nicht mehr.
Seine CO2 Einsparung rechnete er sich mit Hilfe von speziellen Rechner aus dem Internet aus. Sein Ergebnis: 4,5-5,5 Tonnen CO2 verursachte er im Jahresverlauf, damit deutlich weniger, wie der Durchschnittsösterreicher mit über 11 Tonnen je Jahr aber immer noch mehr als die von den Klimaschützern geforderten 2,5 to CO2 pro Jahr.
Weiterführende Informationen wie ein CO2 Rechner findet sich auf der Homepage des Technologiezentrums Energie: www.tz-energie.de