Kernkraftwerk Isar übergibt Diffusions-Nebelkammer an Hochschule Landshut

Studierende dürfen sich über mehr Anschaulichkeit im Bereich der Strahlenlehre freuen.

Der Hochschule Landshut ist ein absoluter Coup gelungen. Studierende haben künftig die Möglichkeit, in einer Diffusions-Nebelkammer natürlich ionisierende Strahlung sichtbar zu machen. Bisher stand die Nebelkammer im Informationszentrum des Kernkraftwerks Isar (KKI) und wurde für die Besucherbetreuung genutzt. Aufgrund räumlicher Umstrukturierungen wird sie dort aber nicht mehr benötigt. Zur offiziellen Übergabe in einem der Hochschul-Labore kamen Hochschulpräsident Prof. Dr. Karl Stoffel, KKI-Standortleiter Carsten Müller, Bernd Gulich von der Kommunikationsabteilung des KKI, der Dekan der Fakultät Elektrotechnik und Wirtschaftsingenieurwesen Prof. Dr. Fritz Pörnbacher sowie der Studiengangleiter des Masters Prozessmanagement und Ressourceneffizienz Prof. Dr. Stefan-Alexander Arlt zusammen.

„Wir sind froh, dass wir mit dieser Stiftung einen kleinen Beitrag zur Lehre und Forschung an der Hochschule Landshut leisten können und die Nebelkammer weiterhin sinnvoll genutzt wird“, betonte Müller. Stoffel dankte Müller im Namen der gesamten Hochschule. „Mit der Diffusions-Nebelkammer können wir die Lehre für unsere Studierenden noch anschaulicher gestalten.“ Auch Prof. Pörnbacher und Prof. Arlt zeigten sich von der neuesten Errungenschaft der Hochschule begeistert. Eine Diffusions-Nebelkammer in dieser Dimension könnten nur die wenigsten Hochschulen ihr Eigen nennen, so Pörnbacher. „Wir sind sehr stolz und glücklich, dass wir künftig damit arbeiten dürfen“, ergänzte Arlt. „Das wertet unsere Seminare definitiv noch einmal auf.“

Funktionsprinzip Diffusions-Nebelkammer

Die gesamte Erde ist seit ihrer Entstehung vor etwa 4,5 Milliarden Jahren schwach radioaktiv und sendet (ionisierende) Strahlen aus. Auch aus dem Kosmos trifft solche Strahlung auf die Erde. In einer Nebelkammer erzeugen unter anderem Alphateilchen, Elektronen, Protonen und Mesonen sichtbare Nebelspuren. Die Spuren der einzelnen Teilchen sehen unterschiedlich aus. Dadurch lässt sich feststellen, welches Teilchen durch die Nebelkammer geflogen ist und ob es während des Fluges zu Zusammenstößen oder Ablenkungen gekommen ist. Auch Zerfälle radioaktiver Nuklide in der Nebelkammer erzeugen charakteristische Spuren und können so detektiert werden. Dabei ionisiert die radioaktive Strahlung einzelne Gasmoleküle in der Kammer. Diese Gasmoleküle wirken als Kondensationskeime für weitere Moleküle, wodurch diese kondensieren und entlang der Flugbahn der Teilchen sichtbare Nebelspuren entstehen. Das Prinzip ist ähnlich dem eines Flugzeugs, das in großer Höhe fliegt. Das Flugzeug selbst ist von der Erde aus nicht zu sehen, die Kondensstreifen sind jedoch zu erkennen.

Foto: Hochschule Landshut
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