Ist die klassische Kostenrechnung für die Bewertung von Lean-Produktionssystemen geeignet?

Der gestrige Arbeitskreis „Taktische Logistikplanung“ von Prof. Dr. Markus Schneider und Stephanie Weindl des EFRE-geförderten Transferprojekts „Kompetenznetzwerk Intelligente Produktionslogistik (KIP)“ ermöglichte es den Kooperationspartnern Einblicke in das Thema Lean Controlling zu erhalten.

„Klassische Kostenrechnung und darauf aufbauende Informationssysteme wurden für Massenproduktionsunternehmen in Verkäufermärkten entwickelt. Diese sind aber für moderne Lean Unternehmen in Käufermärken teilweise völlig unpassend und provozieren Entscheidungen die Verschwendung fördern, anstatt zu vermeiden.“, so Dr. Mathias Michalicki des Start-Ups IFOX Systems (www.ifox-systems.de).

Nach einer kurzen Lean-Einführung zur Thematik wurden in mehreren Planspielrunden Modelltraktoren zusammengebaut. In jeder Runde wurden Optimierungen nach Lean Prinzipien durchgeführt und nach die Herstellkosten und Betriebsergebnisse nach der klassischen Kostenrechnung sowie vergleichend auch mit dem IFOX System berechnet und bewertet. Dabei wurde den Teilnehmern bewusst, wie fehlleitend klassische Herstellkostenrechnung in Lean Unternehmen ist und warum sich viele Maßnahmen nicht oder sogar negativ auswirken. Lean Produktionssysteme benötigen eine zur Strategie und Firmenphilosophie passende Kalkulation, um das gewollte Verhalten wie Vermeidung von Verschwendung und kontinuierliche Verbesserung zu fördern.

Das IFOX System ist ein betriebliches Informationssystem für Lean Management und bietet durch die integrierte Kostenrechnung mehr Transparenz über mögliche Potenziale in Unternehmen. Das Ziel von IFOX liegt im transparenten Ausweisen von jeglichem nicht-wertschöpfenden Ressourceneinsatz und damit der faktenbasierten Förderung eines lebenden kontinuierlichen Verbesserungsprozesses.

Die Teilnehmer des Arbeitskreises können nun nicht nur ihre Logistik mit Hilfe der transferierten Methoden und Werkzeuge planen, sondern auch aus Kostensicht bewerten.