Hochschul-Reform: Der große Wurf

Mit dem Hochschulinnovations-Gesetz steht die größte Reform im Hochschulbereich seit 14 Jahren an. Die Eckpunkte des Gesetzes diskutierte Landtagsabgeordneter Helmut Radlmeier (CSU) mit dem Präsidenten der Hochschule Landshut Prof. Dr. Fritz Pörnbacher und Kanzler Dr. Johann Rist

Das bayerische Hochschulrecht soll grundlegend reformiert werden. „Unsere Hochschulen sollen den Herausforderungen der Zeit besser begegnen können. Deshalb erhält das Hochschulrecht ein umfassendes Update“, erläuterte Helmut Radlmeier, der im Ausschuss für Wissenschaft und Kunst im Bayerischen Landtag mitarbeitet. In einem ersten Schritt wurde eine Reihe von Eckpunkten erarbeitet. „Da wir noch am Anfang eines längeren Prozesses stehen, möchte ich die Eindrücke vor Ort sammeln“, so Radlmeier. Deshalb hatte der Abgeordnete den Hochschulpräsidenten Prof. Dr. Fritz Pörnbacher und Kanzler Dr. Johann Rist um ihre Bewertung der Eckpunkte gebeten.

Mehr Freiheiten

Sowohl Pörnbacher als auch Rist lobten die Leitlinien der Reform: „Wir sehen die angekündigte Reform sehr, sehr positiv“, hielt Pörnbacher fest. Die Zusage, dass die Hochschulen in Bayern mehr Freiheiten erhalten sollen, begrüßte der Präsident. „Gerade wir als Hochschule für angewandte Wissenschaften würden davon profitieren. Wir sind dazu bereit und wollen uns besser aufstellen“, so Pörnbacher.
 
Dass etwa Ausgründungen erleichtert werden sollen, komme der Hochschule Landshut sehr entgegen. Mit dem Gründerzentrum LINK gebe es bereits eine hervorragende Infrastruktur in Landshut mit erfolgreichen Start-Ups. Zwei der Gründerteams, die aus ehemaligen Studierenden bestehen, haben erst vor kurzem Förderungen erhalten. Mit den durch die Reform angedachten Erleichterungen könne sich die Gründerszene in Landshut aus der Hochschule heraus künftig noch besser entwickeln, erwartet Pörnbacher.

Schneller handeln

Alles in allem biete die Reform viele Chancen. Bürokratisches Klein-Klein und zeitintensive Verfahren würden wegfallen. Die Hochschulen könnten in Zukunft insgesamt schneller und freier handeln. Präsident und Kanzler machten aber auch deutlich, dass es trotz aller Freiheiten auch Garantien geben müsse. „Durch die Reform darf es zu keiner Schlechterstellung der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter kommen“, betonte Rist. Im Zuge der Ausgestaltung des Gesetzes müsse man an manchen Stellen aufpassen. An seit Jahren bewährten Strukturen müsse man nicht rütteln, so die einhellige Meinung der Gesprächsteilnehmer. „Unsere Hochschulen sollen agiler werden, ohne dass das eingespielte Gesamtgefüge ins Wanken gerät“, fasste Radlmeier zusammen. Beachtet man dies, dann werde die Reform ein großer Wurf, waren sich Radlmeier, Pörnbacher und Rist einig. Der Abgeordnete dankte den beiden Vertretern der Hochschule Landshut für ihre Anregungen: „Mein Ziel ist es, diese Eindrücke aus der Praxis in das anstehenden Gesetzgebungsverfahren einfließen zu lassen. Die grundlegende Reform bietet die große Chance, dass unsere Hochschule noch besser wird“, so Radlmeier.

Foto: Josef Amann

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