Ein einzigartiger Synergiefall

Die Masterstudiengänge am TZ PULS und Weiterbildungen thematisiert das letzte Interview zu "5 Jahren TZ PULS".

Sven Roeren ist Professor für Produktionsmanagement an der Fakultät Maschinenbau der Hochschule Landshut, zwischen 2013 und 2017 dort auch als Dekan und seitdem als Prodekan tätig. Als Gründerbotschafter der Fakultät begleitet er Gründer vermittelnd, beratend und fördernd, von der Ideenfindung bis weit nach Gründung. In Dingolfing leitet er das hochschuleigene An-Institut „Technologiezentrum Dingolfing GmbH“ und ist stellvertretender Leiter des TZ PULS.

Red.: Wenn Sie die fünf Jahre seit Gründung des TZ PULS Revue passieren lassen – welche Bilanz würden Sie ziehen?

Roeren: Wir haben uns 2015 im Themenspektrum der Produktionslogistik das Ziel gesetzt, inhaltlich und volumenseitig in den drei Bereichen Forschung, Technologietransfer mit Netzwerkbildung und Weiterbildung zuzulegen. In all diesen Bereichen sehen wir tolle Erfolge. Gerade das Konstrukt eines Technologiezentrums ist in der bayerischen Hochschullandschaft komplex zu managen! Angesichts der Einflüsse, die auf ein solches Konstrukt wirken, fällt die Bilanz definitiv positiv aus. Als sensationell empfinde ich das kontinuierliche Wirken unserer Beiratsunternehmen und der regionalen Wirtschaft, mit denen wir auf den unterschiedlichsten Ebenen fantastisch zusammenarbeiten.

Red.: Was macht für Sie die Besonderheit des TZ PULS aus?

Roeren: Ich denke, wie am TZ PULS in Dingolfing vier Professoren über einen solch langen Zeitraum und nicht nur auf ein Projekt bezogen effizient und teamfähig zusammenarbeiten, ist in ganz Deutschland einzigartig. Neben der Arbeit an der Hochschule prägten wir als gleichberechtigte Gesellschafter auch das An-Institut der Technologiezentrum Dingolfing GmbH und können damit auch vor Ort Schulungs- und Beratungsleistungen für die regionale Wirtschaft anbieten, die über die Hochschule so nicht dargestellt werden können. Dies ist sicherlich ein einzigartiges und schützenswertes Konstrukt.

Red.: Inwiefern profitieren Weiterbildung und Masterstudiengänge vom TZ PULS?

Roeren: Das Technologiezentrum PULS wurde seinerzeit auch deshalb gegründet, weil die regionale Wirtschaft den dringenden Bedarf äußerte, das Thema „Produktionsmanagement der Zukunft“ in Form einer Hochschulinstitution regional zu bündeln. Diese Gespräche führten zur Einrichtung des Masterstudiengangs „Werteorientiertes Produktionsmanagement“.

Und die Stadt in Dingolfing leistete als Partner viel dazu, das Technologiezentrum als Gebäude und Institution zu erstellen: einerseits um den Studiengang hier zu verankern und andererseits, um die Lern- und Musterfabrik aufzubauen, wobei wir die Themen und das Labor von Markus Schneider in Dingolfing verorteten. Gemeinsam erzeugten wir einen aus meiner Sicht einzigartigen Synergiefall.

Red.: Sie haben den M.A. „Werteorientiertes Produktionsmanagement“ am TZ PULS aufgebaut. Inwiefern punkten „soft factors“ wie Gesundheitsorientierung, interkulturelles Verständnis und ethisches Handeln im harten unternehmerischen Wettbewerb?

Roeren: Der Studiengang entstand als eines der Kern-Elemente des TZ PULS, eben weil die Unternehmen in und um Dingolfing erkannt hatten, wie wichtig es sein würde, die genannten Faktoren künftig auch in der Art des Umgangs mit Menschen zu fokussieren – gerade im diversen Umfeld der Produktion. Gemeinsam mit dem später ebenfalls hierher verlagerten Studiengang „Prozessmanagement und Ressourceneffizienz“ formt der M.A.-Studiengang ein exzellentes Produktionsmanagement-Programm, das weit über Niederbayern hinaus als stimmig wahrgenommen wird.

Red.: Was wünschen Sie dem TZ PULS für die nächsten 5 Jahre?

Roeren: Ich wünsche dem TZ PULS weiteres Wachstum und zwar sowohl inhaltlich als auch volumenbezogen. Wir dürfen weitere Entwicklungen und Erfolge selbstbewusst forcieren und das, wie ich finde, sehr stimmige System mit den bestehenden Playern vor Ort und einer weiteren Unterstützung der wichtigen Player – also Hochschulleitung, Politik und vor allen der Wirtschaftsunternehmen im Fachbeirat und darüber hinaus – intensivieren. Ich würde mich sehr freuen, wenn sich An- und In-Institut in den kommenden Jahren noch stärker gegenseitig „hochschaukelten“, gemeinsame Erfolge konsequent ausbauten und stolz der (Fach-)Öffentlichkeit präsentierten. Dann haben wir auch zur 10-Jahres-Feier Grund zum Feiern!