„Ich bin im Studium ehrgeiziger geworden.“

Sophia Stahl, Ingenieurpädagogik-Studentin an der Fakultät Interdisziplinäre Studien

Das Studium verändert einen, findet Sophia Stahl. „Seit dem ersten Semester habe ich immer wieder neue Seiten an mir entdeckt. Ich bin viel ehrgeiziger, zielstrebiger und überhaupt sicherer geworden“, erzählt sie in leichtem Niederbairisch. Stahl studiert an der Hochschule Landshut Ingenieurpädagogik. Mit dem Bachelorabschluss kann sie sich entscheiden, ob sie als Ingenieurin oder Berufsschullehrerin arbeiten will. Sie lässt sich beide Optionen noch offen: „Seitdem ich in den Ingenieurbereich geschnuppert habe, will ich mich auf den Lehrerberuf gar nicht mehr so versteifen.“

Ihre Ziele hat sie meist klar vor Augen. Aber in Stein meißeln, will sie nichts: „Wenn ich von etwas überzeugt bin, schaffe ich das auch“, sagt sie schulterzuckend. „Das muss ich nicht aufschreiben. Es reicht mir, es im Hinterkopf zu haben.“

So ist sie beispielsweise davon überzeugt, dass Studierende das Hochschulleben mitgestalten sollten. Stahl engagierte sich daher unter anderem als Fachschaftssprecherin ihrer Fakultät Interdisziplinäre Studien. „Es macht mir Spaß, mich einzusetzen“ meint sie. „Und es ist schön, wenn man nicht nur Student ist, sondern auch die Hintergründe der Hochschule kennenlernt und etwas bewegen kann.“ Beispielsweise, als es um die Berufung eines neuen Mathe-Physik-Professors ging: „Bei den Berufungsvorträgen war schnell klar, welchen Kandidaten wir gerne haben wollen. Dafür haben wir uns eingesetzt, ein Sondervotum eingereicht und die anderen Senatoren überzeugt.“

Am liebsten stellt sie mit anderen gemeinsam etwas auf die Beine. „Ich lerne gerne neue Leute kennen. So bin ich zum BayernMentoring gekommen“, sagt Stahl. Über das Programm kommen junge Studentinnen aus technischen Studiengängen mit höheren Semestern in Kontakt, später auch mit Fachfrauen aus der Industrie. „Meine Mentorin hat mir sehr geholfen, mich im Studium zu orientieren und den Überblick zu behalten. Jetzt bin ich selbst Mentorin und möchte das genauso gut machen“, erzählt Stahl. Ein spezielles Vorbild hat sie aber nicht. „Ich finde, Idole können einen auch schnell enttäuschen“, sagt sie.

Gerade war sie vier Monate für ein Praktikum in Shanghai. „Das war wirklich eine großartige Erfahrung. Sie hat mich aber auch ziemlich herausgefordert“, erzählt sie. „Die meisten Chinesen sprechen nur wenig Englisch. Und manchmal war es nicht leicht, sich in der anderen Kultur zurechtzufinden.“ Trotzdem hat sie das Abenteuer gewagt: „Ich bin nach China gegangen, um über mich hinauszuwachsen“, fasst Sophia überzeugt zusammen.

Asien hat ihre Reiselust geweckt: Sie will alle Kontinente bereisen. Dieses Jahr geht es für sie noch in die USA. Außerdem stehen mehr Wochenendtrips auf dem Programm, beispielsweise eine kulinarische Tour an den Gardasee. „Ein Wochenende bei italienischem Flair, weg vom Alltag, fühlt sich schnell wie eine ganze Woche Urlaub an und man kann sich super erholen“, sagt sie. Und trotzdem hat sie während der Monate im Ausland eines festgestellt: „Daheim gefällt es mir doch am besten.“ Zuhause in Straubing engagiert sie sich im Kreisjugendring: Dort organisiert sie Fahrten für Kinder in den Zoo nach München oder in die Allianzarena.

Von ihren unterschiedlichen Ehrenämtern und Engagements erzählt Sophia etwas verhalten. Sie sieht sich nicht als Überflieger: „Ich muss schon ordentlich lernen für die Prüfungen.“ Außer bei den mathematischen Fächern, die fallen ihr leichter: „Rechnen macht mir Spaß. Das Beste ist, wenn ich die Prüfung dann noch bestanden habe“, lacht sie.