„Ich will nicht nur mein Leben gut gestalten, sondern auch das von anderen.“

Rebecca Petz, Studentin an der Fakultät Soziale Arbeit

Sprache, findet Rebecca Petz, kann viel bewegen. Das ist einer der Gründe, warum sie Soziale Arbeit in der Kinder- und Jugendhilfe an der Hochschule Landshut studiert: „Die Soziale Arbeit ist das Sprachrohr für die, die nicht sagen können, was sie wollen“, ist sie überzeugt.

Petz ist gerne die Stimme für andere Menschen. Dafür setzt sie sich in unterschiedlichen Stellen ein: beim DBSH, im Haus International, bei Don Bosco. Außerdem engagiert sie sich bei den Jusos. „Die Soziale Arbeit hat viele Schnittpunkte mit der Politik. Mir liegt besonders die soziale Gerechtigkeit am Herzen“, sagt sie. Das ist für Petz das Spannende an ihrem Studium und dem zukünftigen Arbeitsfeld: „Wir beschäftigen uns damit, was passiert, wenn Menschen nicht in ein System passen.“

Ihr Grundgedanke: „Ich will nicht nur mein Leben gut gestalten, sondern auch das von anderen.“ Wenn sie doch Zeit für sich findet, spielt sie Gitarre: Lagerfeuer-Klassiker von Reinhard Mey oder Ed Sheeran. Und sie schreibt Gedichte und Poetry-Slam-Texte. „Das hilft mir, das zu verarbeiten, was mich gerade beschäftigt.“ Ihre Texte trägt sie regelmäßig beim Poetry Slam vor. Über andere Themen spricht die junge Frau gerne ausführlicher – etwa im studentischen Politikstammtisch, den sie gemeinsam mit einer Kommilitonin gegründet hat. „Es ist schön, die unterschiedlichen Meinungen von Leuten aus verschiedenen Fakultäten zu hören und daraus Anregungen mitzunehmen“, fasst Petz zusammen.

Impulse und Erfahrungen sammelte sie auch im Ausland – etwa in Afrika. Nach dem Abi arbeitete sie ein Jahr lang in einem Jugendzentrum in Ghana. Ihr Auslandssemester verbrachte sie in Benin in Westafrika. Dort half Petz unter anderem, Mädchen von der Straße wieder in ihre Familien zu integrieren. „Ein Mädchen hat von seinem Papa und seinen drei Frauen erzählt. Das ist dort normal. Aber ich habe mich erst gefragt, ob ich das jetzt richtig auf Französisch verstanden habe“, erinnert sie sich und lacht. Dabei hat sie ein Faible für Sprache und hat auch einige Vokabeln verschiedener Stammessprachen auf Lager: „Die kann ich nicht so gut wie Französisch, aber um Tomaten zu kaufen, hat es gereicht.“

Obwohl es sie zwischendurch in die Ferne zieht, findet die Studentin auch in Landshut schöne Stellen: an der Isar zum Beispiel. Dort zieht sie sich zurück, um zu lernen, spazieren zu gehen. Gerade arbeitet Petz an ihrer Bachelorarbeit: Sie setzt sich mit den Problemen von Volunteers im internationalen Freiwilligendienst auseinander. Daraus entwickelt sie dann Handlungsempfehlungen. „Ich wollte etwas schreiben, das sinnvoll ist und nicht in der Schublade verschwindet“, meint sie.

Einen konkreten Plan für die Zeit nach dem Bachelor hat sie noch nicht. „Erst mal den Master machen, vielleicht Peace and Conflict Management“, meint sie. Dafür will sie sich Zeit lassen, nochmal ins Ausland gehen und Erfahrungen sammeln: „Ich genieße den Rhythmus im Studienleben. In fünf Jahren hoffe ich, dass ich den Ort gefunden habe, an dem ich etwas länger bleiben will.“ Auch wenn sie viel umtreibt, weiß sie: „Meine Wurzeln sind so tief, dass sie nie abreißen werden, egal, wo ich bin.“