„Ich bin ein Problemlöser.“

Prof. Dr. Marcus Fischer, Dekan der Fakultät Betriebswirtschaft

Auf dem Schreibtisch von Prof. Dr. Marcus Fischer leuchten – zwischen all den Dokumenten, Anträgen und Vorlesungsunterlagen – zwei Orangen als Farbklecks hervor. „Die stammen von meinem Orangenbaum in Spanien“, erklärt der Dekan der Fakultät Betriebswirtschaft und bietet eine an. Er probiere gerade ein neues, alternatives Investitionsmodell aus. Dabei erwirbt man im Rahmen eines Crowdfarming-Projekts einen Baum auf einer Plantage und bekomme die Ernte dann zugeschickt. „Das stärkt zum einen die Landwirtschaft vor Ort und es wird nur das angebaut, was auch tatsächlich konsumiert wird“, so Fischer.

Mit Kapitalanlagen, Finanzen und Businessplanung kennt sich der Betriebswirtschaftler bestens aus. Auch privat geht Fischer, wenn es um Haushaltsausgaben oder Aktien geht, sehr strukturiert und planvoll vor. Seine bisher besten Investitionen seien – aus finanzieller Sicht – seine Immobilien in München sowie – aus ideeller Sicht – seine Ferienwohnung in Oberaudorf. „Die würde ich nicht mehr missen wollen“, gesteht Fischer. Denn während er unter der Woche zwischen München und Landshut pendelt, ist sie am Wochenende sein Ausgangspunkt für ausgedehnte Bergwanderungen ins Kaisergebirge.

Dass Fischer ein Händchen für den kaufmännischen Bereich hat, zeichnete sich bereits mit seiner Lehre zum Bankkaufmann ab. „Ich merkte jedoch bald, dass ich nicht die nächsten 50 Jahre hinterm Schalter stehen will“, erzählt Fischer. Also holte er sein Abitur nach und studierte an der LMU München Betriebswirtschaft. „Im Rückblick war das meine beste Entscheidung“, so sein Resümee. Es folgten die Promotion sowie über 20 Jahre, in denen Fischer als Berater, Projektleiter oder Chief Financial Officer im Bereich M&A (Mergers & Acquisition, d.h. für Fusionen oder den Kauf und Verkauf von Firmen) tätig war. „In diesen Unternehmen war ich dazu da, Lösungen zu finden, wenn die Wellen über ihnen zusammenschlugen“, fasst Fischer zusammen. Darin spiegle sich auch seine Grundeinstellung: „Ich bin ein Problemlöser.“ Wenn Schwierigkeiten auftauchen, helfe kein Jammern, sondern systematisches Vorgehen. Sein Motto dabei ist stets: Don’t panic too early. „Das hat mir einmal ein Surflehrer in Florida gesagt, als ich bei absoluter Windflaute verzweifelt versuchte habe, Windsurfen zu lernen“, erzählt Fischer lachend.

2011 wechselte Fischer schließlich aus der freien Wirtschaft an die Hochschule Landshut: „Während meiner Promotion hielt ich bereits Vorlesungen und Seminare. Das hat mir Spaß gemacht“, erzählt er. Seitdem versuche er die Studierenden für das Thema Betriebswirtschaft zu begeistern. „Ich will die Studentinnen und Studenten dazu bringen, selber über die Welt nachzudenken“, so Fischer. Dabei probiere er gerne immer wieder neue Methoden aus. Zudem leitet er seit 2017 als Dekan die Fakultät Betriebswirtschaft und kümmert sich um das gesamte Management des Fachbereichs: So setzt er Beschlüsse des Fakultätsrates um und unterschreibt diverse Anträge seiner Fakultätsmitarbeiterinnen und -mitarbeiter.

Hat er am Ende des Tages genug von Zahlen, Statistiken und Analysen, findet er in der Musik einen guten Ausgleich. Früher spielte er Klavier, heute Gitarre. „Aber nur zuhause, wenn keiner zuhört“, fügt Fischer schmunzelnd hinzu. Zusammen mit seinen drei Kindern im Alter zwischen 17 und 21 geht er zudem gerne auf Konzerte, z.B. von Sailer und Speer, Guns’n Roses, Aerosmith und ACDC. Aber auch Kabarettisten wie Gerhard Polt, Josef Hader und Sigi Zimmerschied schaut er sich am liebsten live an. Vor allem über einen Satz von Polt kann er sich immer wieder amüsieren: „Wir ham heuer mal a Weltreise g’macht, aber i sag’s glei wie’s is: Da fahr ma nimma hin.“ Fischer hingegen weiß genau, wo es ihn immer wieder hinzieht: „Nach Italien wegen des Essens und des Cappuccinos. Oder nach Portugal an den Atlantik wegen der Weite.“