„Rätsel sind das Spannende an der Informatik.“

Julian Dörndorfer, Doktorand am Institut für Projektmanagement und Informationsmodellierung

Julian Dörndorfer ist von Natur aus neugierig. „Ich wollte schon immer wissen, wie Sachen funktionieren“, meint der wissenschaftliche Mitarbeiter. Früher hat ihm sein Vater daher Computer erklärt, heute untersucht Dörndorfer an der Hochschule Landshut, wie Apps auf dem Smartphone sich an den Menschen anpassen und ihn bei der Arbeit unterstützen können. Der Doktorand spricht von kontextsensitiven Anwendungen und Geschäftsprozessen und erklärt: „Es geht darum, wie Apps auf die Bedürfnisse des Benutzers eingehen können, ohne dass er irgendetwas einstellen muss.“

Dazu nutzen App-Entwickler Daten, die das Smartphone automatisch erfasst, beispielsweise den Standort oder die Helligkeit der Umgebung. Ein einfaches Beispiel: Das Display wird im grellen Sonnenlicht automatisch heller. Dörndorfer arbeitet daran, wie sich solche Apps gestalten und verbessern lassen: „Wir erforschen hier, welches Knowhow nötig ist, um solche Anwendungen zu programmieren“, fasst der Wirtschaftsinformatiker zusammen.

Er hat beispielsweise eine App mitentwickelt, die Autofahrer frühzeitig daran erinnern soll, eine Rettungsgasse zu bilden. Fährt ein Auto auf einen Stau zu, meldet sich die App akustisch zu Wort. „Zusätzlich zeigt eine Grafik auf dem Display, zwischen welchen Fahrstreifen die Rettungsgasse gebildet wird“, erklärt Dörndorfer. Die App kombiniert Ortungsdaten des Handys mit Informationen der Verkehrsmeldestelle der Polizei. Dörndorfer hat den entsprechenden Algorithmus dazu entwickelt. „Diese unterschiedlichen Daten sinnvoll zusammenzubringen, ist ein bisschen wie ein Rätsel“, findet er. Solche Tüfteleien gefallen ihm: „Ich mag die Rätsel, die sind ja das Spannende an der Informatik.“

Dörndorfer ist überzeugt: Die Technik ist dem Menschen manchmal überlegen. Vor allem die Entwicklungen autonom fahrender Autos faszinieren ihn: „Ich glaube, der Computer ist der bessere Autofahrer, auch wenn viele das nicht wahrhaben wollen“, lacht er. „Menschen reagieren einfach eher emotional, vielleicht auch manchmal zu spät.“

Auch privat holt sich der Doktorand gerne technische Unterstützung. So plant Dörndorfer beispielsweise in seiner Freizeit mit seiner persönlichen Lieblingsapp Wandertouren. Denn wenn er sich nicht mit Formeln, Zahlen und Programmen auseinandersetzt, zieht es ihn in die Berge, zum Beispiel an den Schrecksee im Allgäu oder die Benediktenwand. Hier kann er am besten abschalten. „Ich glaube, wir leben in eine Zeit, in der viele immer noch ein bisschen mehr aus sich herausholen wollen“, reflektiert er. „Ich bin eigentlich ganz froh, wenn ich mal ein bisschen runter komme.“

Bis auf die Zugspitze hat er es schon hinaufgeschafft – am Gipfel erwartete ihn dann ein kurioser Empfang: „Da kommst du abgekämpft endlich oben an und dann empfängt dich das Sprachgewirr von Touristen aus aller Welt. Da waren sogar Menschen mit Flip Flops auf dem Berg, die mit der Gondel hochgefahren sind“, erzählt er. Manchmal ist die Technik eben auch für einen Wirtschaftsinformatiker nicht immer ein Segen.