„Ich liebe es, den Überblick zu behalten.“

Irene Wenz, Service Finanzen

Manche finden Zahlen langweilig und trocken. Irene Wenz dagegen jongliert mit Begeisterung täglich mit Ziffern und Summen. Die Frau mit den roten Haaren hütet die Etats verschiedener Fakultäten und Abteilungen. Sie bucht täglich Geldein- und Ausgänge – innerhalb einer Woche können schon einige Hunderttausend Euro fließen.

Wer für die Hochschule etwas besorgen möchte klopft früher oder später an ihrer Tür – egal ob Flyer für eine Veranstaltung, eine Tafel für den Hörsaal oder ein Regal fürs Büro. Manche Bestellungen sind auch etwas ausgefallener, zum Beispiel kleine Lederhosen und Dirndl aus Schokolade. „Das waren Gastgeschenke für Incomings“, erinnert sich Wenz.

Sie lässt sich nicht aus der Ruhe bringen und wechselt mühelos zwischen Bestellungen, Rechnungen, Spenden, Steuerrecht und Tabellen hin und her. „Ich mag es, dass die Arbeit so abwechslungsreich ist. Und ich liebe es, den Überblick zu behalten“, meint sie. Den braucht sie nicht nur über die Summen und Konten, sondern muss sich genauso mit Gesetzen und Verwaltungsvorschriften auskennen. „Schließlich gebe ich ja nicht mein eigenes Geld aus, da braucht es schon klare Regeln“, lacht sie.

Eine klassische Verwaltungsangestellte ist sie nicht, obwohl ihre Beamtenlaufbahn typisch startete – im jetzigen Landesamt für Finanzen. „Das war ein typisches Amt mit düsteren Fluren, veralteten Büros und Aktenbergen“, blickt sie zurück. In ihr jetziges Büro scheint morgens die Sonne, passend zu ihrem heiteren Wesen. Ein leichter Zitrusduft in der Luft, der aus einem kleinen Flakon strömt. Denn Wenz legt Wert auf Schönes. Für sie haben auch Zahlen und Buchstaben etwas Ästhetisches: „Als kleines Mädchen habe ich gerne Überweisungsformulare in Schönschrift ausgefüllt, die meine Mutter aus der Bank mitgebracht hat“, lacht sie. Wenn sie heute Zahlungen bucht, läuft das meistens digital über Buchungssysteme und Datenträgeraustausch. „Kontenbewegungen finde ich einfach spannend“, sagt Wenz.

Nicht nur virtuelle, auch körperliche Bewegung gehört bei ihr dazu – Radfahren zum Beispiel, oder Wandern. Und sie verreist leidenschaftlich gerne. Manchmal reicht ein Wochenendausflug in die Berge, manchmal darf es eine weitere Reise sein. Dann zieht es sie an einen besonderen Ort wie die Seychellen. Trotzdem genießt sie ihren Bürojob in Deutschland. Wenz arbeitet seit 1984 an der Hochschule Landshut, die damals gerade einmal sechs Jahre alt war. „Es gab nur zwei Fakultäten, eine Handvoll Kollegen und Studierende, die so alt waren ich selbst“, erzählt sie. „Wir sind zusammen groß geworden.“ Ab und zu sprang sie früher als Vertretung im Vorzimmer der Hochschulleitung oder in der Poststelle ein.

„Ich arbeite gerne im öffentlichen Dienst“, meint sie. Doch sie könnte sich auch vorstellen, etwas ganz anderes zu machen: „Zum Beispiel eine Alm bewirtschaften“, erzählt Wenz mit leuchtenden Augen. „Ob ich das wirklich könnte, sei mal dahingestellt. Aber ich hätte Natur und Tiere um mich oder könnte den ganzen Tag in der Küche werkeln.“ Denn sie liebt gute Küche und probiert gerne neue Rezepte aus. Fragt man sie nach ihrer absoluten Spezialität, antwortet sie zwinkernd: „Ich glaube, mein eigentliches Talent ist, aus wenigen und einfachen Zutaten ein komplettes Überraschungsmenü zu zaubern.“