„Ich bin noch nie unmotiviert in die Arbeit gegangen.“

Gerhard Kraus, Hausmeister

Meist kündigt er sich mit einer fröhlichen Melodie an: Wenn Gerhard Kraus durch die Gänge der Hochschule Landshut zieht, dann pfeift er oft ein Liedchen vor sich hin. Seine gute Laune gehört zu seiner Lebenseinstellung. „Ich bin seit 26 Jahren an der Hochschule. Und ich bin noch keinen Tag ohne Lust und Motivation in die Arbeit gefahren“, erzählt er. Denn wer sich über seinen Job ärgere, könne doch ganz einfach etwas dagegen tun, so sein Motto.

Kraus startet seinen Arbeitstag immer mit einer Besprechung mit seinen Hausmeisterkollegen. „Wir gehen zusammen durch, was an dem Tag ansteht und wer bei welchen Aufgaben mithelfen kann.“ Kraus ist hauptsächlich für die Hörsaaltechnik am Campus zuständig. Er sorgt dafür, dass Beamer, Mikrofone und Beleuchtung für die Vorlesung einsatzbereit sind. Seine Devise: „Die Professoren kümmern sich darum, dass die Studierenden etwas lernen. Und wir sehen zu, dass die Technik funktioniert, die dafür gebraucht wird.“

Der gelernte Schlosser ist es gewohnt, selbst anzupacken. Bis vor wenigen Jahren haben er und seine Kollegen das meiste, was handwerklich zu tun war, selbst erledigt. „Deswegen haben wir ganz unterschiedliche Ausbildungen. Einer ist Maler, einer Schreiner, ich eben Schlosser.“ Doch die Hochschule ist extrem gewachsen. „Jetzt arbeiten wir vor allem mit externen Dienstleistern zusammen“, sagt Kraus.

Dafür schraubt und bastelt er mehr in der heimischen Werkstatt, denn Kraus ist leidenschaftlicher Oldtimer-Fan. Sieben hat er schon selbst restauriert. Das jüngste Projekt: ein VW T2. „Meine Tochter hat sich den gewünscht“, erzählt er. „Für meine Frau und mich habe ich einen T3 hergerichtet, damit wollen wir jetzt auch mehr Städtetrips in Deutschland unternehmen.“

Gerhard Kraus kommt schnell mit anderen ins Gespräch. Das hat ihm auch den Start an der Hochschule Landshut 1992 erleichtert. „Außerdem war damals ja alles noch viel kleiner als heute“, meint er. „Zwei Wochen nach meinem ersten Arbeitstag habe ich schon in der Mitarbeiter- und Professorenmannschaft beim Fußballturnier in Auloh mitgespielt. Und wir haben den Meistertitel geholt“, lacht Kraus, „ich war gleich integriert, das war ein super Einstieg an der Hochschule.“

Seitdem ist er auch bei anderen Sportevents immer mit von der Partie, egal ob beim Tennisturnier oder auf den Skimeisterschaften. Dabei geht es Kraus weniger um den eigentlichen Wettkampf: „Das Drumherum ist immer am schönsten“, findet er. „Man tauscht sich aus, kommt ins Gespräch. Und wir sehen, dass es bei anderen Hochschulen genauso läuft wie bei uns. Alle haben ähnliche Probleme, bei denen wir uns gegenseitig helfen können.“

Auch sonst sieht er das Positive im Leben: „Ich bin gesund, habe meine Familie, habe keine Geldsorgen. Ich bin wirklich wunschlos glücklich“, meint er. Das liegt auch daran, dass er sich bisher jeden großen Traum erfüllt hat – vom Mercedes SL Zweisitzer war bis zur Reise nach Amerika. „Das kann ich nur jedem empfehlen, wenn es irgendwie geht. Sonst läufst du deinen unerfüllten Träumen ewig nach.“