„Meine Hauptaufgabe ist das Zuhören.“

Gabriele Borsch, Zentrale Studienberatung

Auf dem Gang, im Büro, am Telefon – Gabriele Borsch ist eine gefragte Frau an der Hochschule Landshut. „Meist kommen Schülerinnen und Schüler zu mir und wollen wissen, welche Studiengänge die Hochschule anbietet, welche Zulassungsvoraussetzungen sie beachten müssen, wie die einzelnen Studiengänge aufgebaut sind und wie die Bewerbung abläuft“, erläutert die Mitarbeiterin der Zentralen Studienberatung. Mit denen, die noch zwischen einzelnen Studiengängen schwanken, reflektiert Borsch dann gemeinsam, wo sie ihre Stärken und Interessen sehen und wie sie sich ihre Zukunft vorstellen. Dabei geht sie auf jeden individuell ein und versetzt sich in die Lage ihres Gegenübers.

„Gesprächsbasis ist die akzeptierende Grundhaltung. Meine Hauptaufgabe ist das Zuhören“, erzählt sie. „Ich muss schauen, was vom anderen kommt, ihn ernst nehmen und aufpassen, mich nicht durch eigene Wertvorstellungen beeinflussen zu lassen.“ Dass in solchen Gesprächen auch immer ein bisschen Psychologie zum Tragen kommt, verrät ein Ordner im Büroregal, auf dem „Psychologie und Gesprächsführung“ steht. Darüber hinaus nutzt der Diplom-Verwaltungswirtin ihre Ausbildung in Rechtskunde, denn ihre Auskünfte müssen juristisch einwandfrei sein.

„Manchmal geht es auch darum, klarzumachen, wo sich Schule und Hochschule unterscheiden“, erklärt Borsch „An einer Hochschule ist ab  dem ersten Tag auf einmal zu hundert Prozent Eigeninitiative gefordert. Das Umschalten fällt da oft schwer.“

Noch öfter als mit Schülerinnen und Schülern spricht Borsch mit den Studierenden, die bereits ihre ersten Semester an der Hochschule verbracht haben. Sie suchen Hilfe, wenn sie nicht wissen, wie sie ihren Studienverlauf  am besten organisieren oder wie Prüfungen ablaufen. Manchmal muss Borsch allerdings auch in existenziellen Fragen beraten: Wenn jemand den Studiengang wechseln will oder das Studium ganz abbrechen möchte – zum Beispiel, weil sie oder er eine entscheidende Prüfung nicht bestanden hat. Für Menschen, die in einer solchen Krise stecken, nimmt sich Borsch besonders viel Zeit. Ihr Motto: „Niemand sollte nach dem Gespräch ohne Perspektive sein.“ Das ist ihr wichtig. Dazu gehört auch, zu erkennen, wo die Grenzen der Studienberatung liegen. Wenn sie dort angekommen ist, vermittelt sie den Kontakt zu anderen Beratungsstellen innerhalb oder außerhalb der Hochschule.

Ihr grundlegendes Interesse an Menschen spielt auch in ihrer Freizeit eine wichtige Rolle. Die Völkerkunde hat es ihr angetan. In ein paar Jahren, wenn der Ruhestand ansteht, will sie selbst die Hörsaalbank drücken und sich intensiver mit den verschiedensten Kulturen, ethnischen Gruppen und indigenen Völkern beschäftigen. Auch das ehrenamtliche soziale Engagement, wofür jetzt wenig Zeit bleibt, wird sie dann intensivieren.

Bis es soweit ist, hält sie die Arbeit an der Hochschule auf Trab. Im Team mit ihren Kolleginnen entwickelt sie neue Formen der Studienberatung: „Wir müssen immer am Puls der Zeit sein und die Studierenden über ihre Kanäle erreichen, zum Beispiel über Online-Sprechstunde.“ Außerdem ist gerade ein Projekt gestartet, in dem Studierende der Hochschule intensiv vorbereitet wurden – sie sollen den fast gleichaltrigen Schülerinnen und Schülern  und Studierenden als Ansprechpartner auf Augenhöhe zur Verfügung stehen.