„Ich versuche, vieles von zwei Seiten aus zu betrachten.“

Florian Federmann, Laboringenieur in der Fakultät Maschinenbau 

Eine robuste rote Arbeitsjacke und eine knallgelbe Warnweste hängen über seinem Bürostuhl. Auf dem Schreibtisch liegt ein Gehörschutz, so wie er bei der Arbeit in der Nähe von lauten Maschinen gebraucht wird. Daneben Arbeitshandschuhe, um auch mal fest zupacken zu können. „Bei meiner Arbeit macht man sich auch mal die Finger schmutzig“, erklärt Florian Federmann, der an der Fakultät Maschinenbau als Laboringenieur arbeitet.

Mit seiner Devise „Neues finde ich gut“ hat Federmann an der Hochschule Landshut seinen Traumjob gefunden. Er ist dort in vielen Funktionen unterwegs und hat sogar selbst da studiert. Trägt er die rote Jacke, geht er seiner Haupttätigkeit als Laboringenieur nach. Dann verwirklicht er Ideen zur Verbesserung der Maschinenbau-Labore und baut zum Beispiel gemeinsam mit seinen Kollegen das KFZ-Labor um. Oder unterstützt Professoren seines Fachbereichs bei der Lehre.

„Etwas gezielt kaputtmachen, das ist das Schönste überhaupt“, schmunzelt der ideenreiche Ingenieur. Denn als angehende Maschinenbauer müssen Studierende lernen, wie Werkstoffe zusammengesetzt sind und welcher Belastung sie standhalten. „Da werden schon mal Bauteile gezielt zerstört oder Gabelstapler über viele Lebenszyklen mechanisch geschüttelt. Den Konstrukteuren liefern diese Prüfverfahren dann wichtige Kenngrößen.“

In den Laboren, wo auch geforscht wird, werden spezielle und nicht alltägliche Bauteile benötigt. Bestellungen dafür laufen ebenfalls über seinen Schreibtisch. Nur dort zu sitzen ist allerdings nicht sein Ding. „Bei Dienst nach Vorschrift würde ich eingehen.“ Regelmäßig unterrichtet er auch angehende Ingenieure im Fach Informatik. Er liebt diese Arbeit. „Sonst wärst Du hier fehl am Platz. Die Arbeit mit den Studierenden hält mich jung“, lächelt der Ingenieur verschmitzt, der mit seinen stylishen hochgegelten Haaren selbst noch fast als Student durchgehen könnte.

Als Sicherheitsbeauftragter kümmert er sich auch um die Gesundheit und Sicherheit an seiner Fakultät. Das bringt weitere Abwechslung in seinen Arbeitsalltag. Außerdem ist er als Brandschutzhelfer aktiv. Dann kommt dann die knallgelbe Warnweste zum Einsatz.

Doch das ist noch nicht alles. Das Telefon klingelt, ein Kollege ist am Apparat. Jetzt geht es mal nicht um Maschinen, sondern um Personalangelegenheiten. Seit sieben Jahren schon ist Federmann Vorsitzender des Personalrats. Dann ist er in lässig in Jeans und Hemd unterwegs. Was treibt ihn an, diesen Job zu machen? Als Personalrat steht man doch häufig im Kreuzfeuer. Hier kommt sein Helferinstinkt durch. „Man kann Menschen unterstützen und ihnen mit Rat und Tat zur Seite stehen. Und es gibt viele Gestaltungsmöglichkeiten“, findet er.

Die Mitarbeiter haben Vertrauen zu ihm. Er nimmt sich selbst zurück, ist ein einfühlsamer und überzeugender Vermittler. „Ich versuche, vieles von zwei Seiten aus zu betrachten“, sagt er. Mit seiner ruhigen Art gelingt es ihm, die Leute runterzuholen. „Wir müssen es miteinander machen“, heißt seine Devise.

Geboren ist er im Sternzeichen Zwilling. Glaubt man an Astrologie, scheint man es hier mit dem typischen Vertreter des Sternzeichens zu tun zu haben: Charmant, fröhlich, immer unterwegs, vorurteilslos, neugierig. Sein wacher Geist braucht ständig neue Nahrung. Federmann schüttelt den Kopf. An Astrologie glaubt er nicht. Astronomie dagegen interessiert ihn sehr. „Die Planeten und die kosmischen Zusammenhänge haben es mir angetan. Mein Ziel ist es, irgendwann einmal Stephen Hawking zu verstehen.“

Neben seinem Bildschirm stehen Fotos von Frau und Kind. Im Jahr 2000, als er das Jobangebot an der Hochschule annahm, entschied er sich gegen eine Karriere in der freien Wirtschaft, um Zeit für die Familie zu haben. Aus ihr schöpft er seine Kraft. Seine Frau hält ihm den Rücken frei. Beim Spielen mit seinem Sohn wird er selbst wieder zum Kind.

Der technikaffine Ingenieur hat zu Hause allerhand „Elektroschnickschnack“. Das Paradestück ist sein Heimkino mit großen Loungesesseln. Meist sitzt er dort mit seinen „Spezln“, wie man in Bayern die besten Freunde nennt, und trinkt zum Film auch gern mal einen schottischen Whisky. Bei seinen Lieblingsfilmen – Sciene-Fiction und Fantasy – schaltet er dann auch mal ab.

Es klopft an der Tür. Der nächste Termin steht an. Es geht um neue Regeln zum Mutterschutz. Als Sicherheitsbeauftragter ist Federmanns Expertise gefragt. Das interessante Gespräch mit dem Mann der vielen Facetten ist also schon vorbei. Aber sicher wird man ihm bald wieder in den Gängen der Hochschule begegnen – auf dem Weg zum nächsten Termin.