„Der nächste Kunde ist mein wichtigster Kunde."

Axel Vierjahn, IT-Administrator

Zur Prüfung anmelden, Noten einsehen, sich rückmelden – Studierende sind es gewohnt, alles online zu erledigen. „Mit der IT wollen es viele gerne wie mit dem Auto: Man setzt sich rein und Hauptsache, es fährt“, erklärt IT-Administrator Axel Vierjahn.

Die IT ist die Lebensader der Hochschule. Sie verwaltet nahezu alle Informationen, die für das tägliche Arbeiten notwendig sind. SOS, POS und LSF – diese Abkürzungen stehen auf dem Whiteboard in Vierjahns Büro. Das sind nur drei der komplexen und ineinandergreifenden IT-Anwendungssysteme, die er konfiguriert, pflegt und weiterentwickelt. Campus-Management-System nennt sich das. Hierunter fallen alle Anwendungen, die Geschäftsprozesse einer Hochschule unterstützen. „Sie sind nicht nur für die Studierenden gedacht, sondern damit kann man auch den Haushalt, Prüfungen, Veranstaltungen, die Räume und die Statistik der Hochschule managen“, erläutert er seinen Aufgabenbereich.  

Vierjahn bedient die Systeme und Prozesse mit routinierter Gelassenheit. Er selbst hat auch an der Hochschule Landshut studiert. In Studienzeiten jobbte er als Hiwi im Rechenzentrum. Daher kennt er die Komplexität der IT-Infrastruktur der Hochschule, die historisch gewachsen ist, aus dem Effeff. Sein aufgeräumtes Büro ist völlig clean  − genauso, wie man es sich bei einem IT-ler vorstellt. „Ich versuche ganz bewusst, alles digital zu haben“, ist seine Devise. Als Gedankenstütze dient nur ein Whiteboard, auf das er Diagramme gezeichnet hat, die die Hochschul-IT abbilden.

Das Telefon klingelt, eine Kollegin aus der Fakultät Maschinenbau benötigt Support: „Irgendetwas stimmt mit der Schnittstelle zwischen zwei Systemen nicht.“ Vierjahn hilft, das Problem zu lösen: „Ich sehe mich in erster Linie als Dienstleister für die Mitarbeiter und helfe gerne.“ Vierjahn, der nach seinem Studium zunächst einige Jahre in der freien Wirtschaft bei einer Zeitung arbeitete, hat dort den Dienstleistungsgedanken etabliert und gelebt. Sein Motto „Der nächste Kunde ist mein wichtigster Kunde“ hat er von der Zeitung mit an die Hochschule mitgebracht. „Viele denken, dass ein IT-ler nur am Computer und der Software tüftelt. Aber nur etwa 50 Prozent meiner Arbeitszeit spielen sich direkt an den IT-Systemen ab. Die andere Hälfte verbringe ich damit, die Anforderungen und Probleme der Mitarbeiter in den Fachbereichen zu lösen.“

Dazu gehört auch, den Kollegen klarzumachen, dass die IT keine Wunder bewirken kann. Was zu Hause mit einem Klick funktioniert, kann bei einem vielschichtigen Hochschulsystem nicht auf die Schnelle umgesetzt werden. „Man muss die Komplexität dabei sehen“, so Vierjahn. IT-Einführungen und Reorganisationsprozesse dauern. Umstellungen auf eine neue Software oder Version sind anspruchsvoll und herausfordernd. „Das ist so, als ob man bisher ein Auto mit Gangschaltung gefahren hat und jetzt eines mit Automatik. Das Wissen über die Gangschaltung hilft einem jetzt nicht mehr weiter.“ Auch da müssen wieder die Menschen einbezogen und intensiv geschult werden.

Wenn er sich nicht mit Systemen und Prozessen beschäftigt, arbeitet er zu Hause im Garten. Auch der Schwimmteich und die Hofstelle der Mutter brauchen Support, um in der Fachsprache der IT zu bleiben. Die restliche Freizeit gehört ganz der Familie: Die verbringt der Familienmensch am liebsten mit seiner Frau und seinen drei Söhnen.